In meinem Alltag als Hundetrainerin erlebe ich immer wieder, wie wichtig es ist, das Verhalten unserer vierbeinigen Freunde richtig zu interpretieren. Viele Hundebesitzer missverstehen die Signale ihrer Hunde, was oft zu fatalen Missverständnissen und ungewolltem Verhalten führt. Es ist entscheidend, den Hilferuf des Hundes zu erkennen und auf versteckte Frustration, Aggressionsverhalten und Angstverhalten aufmerksam zu machen.
Missverständnisse im Hundeverhalten
Ein häufiges Beispiel ist das **Wedeln** des Schwanzes. Viele Menschen assoziieren einen wedelnden Schwanz mit Freundlichkeit. Doch das ist nicht immer der Fall! Die Bedeutung hängt von verschiedenen Faktoren ab: Blickrichtung, Ohrenstellung, Körperhaltung und sogar die Lefzen des Hundes geben Aufschluss über seine tatsächlichen Gefühle. So kann ein wedelnder Schwanz auch Ausdruck von Nervosität oder Unsicherheit sein.
**Anspringen** ist ein weiteres Verhalten, das häufig falsch eingeordnet wird. Wenn ein Hund freudig anspringt, ist das oft ein Zeichen von Freude und Zuneigung. Springt er jedoch massiv an und bedrängt, kann dies ein Hinweis auf Respektlosigkeit oder Unsicherheit sein. Das Verständnis dieser Nuancen ist entscheidend für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung.
Körperkontakt und Nähe
Viele Hunde empfinden das Streicheln über den Kopf als bedrohlich, besonders wenn der Mensch sich über sie beugt. Das bedeutet nicht, dass sie diese Berührung nicht mögen — einige gewöhnen sich daran. Doch für die meisten Hunde bleibt diese Geste unangenehm, was oft zu Missverständnissen führt. **Hecheln** wiederum ist nicht nur ein Anzeichen für Aufregung, sondern kann auch Stress signalisieren. Ist die Zunge steif und die Lefzen nach hinten gezogen, sollten Alarmglocken läuten.
Ruhe und Erholung
Hunde brauchen Ruhephasen, um Informationen zu verarbeiten. Besonders Welpen benötigen etwa 22 Stunden Schlaf pro Tag. Diese Ruhezeiten sind essenziell für ihre Entwicklung und sollten bei der Auslastung berücksichtigt werden. Eine unzureichende Berücksichtigung der Ruhebedürfnisse kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen.
Wenn wir über **Frustrationstoleranz** sprechen, sehen wir, dass manche Hunde von Natur aus weniger tolerant gegenüber Stress und Enttäuschungen sind. Ungeduld und Unruhe sind häufige Begleiter solcher Hunde. Hier ist es wichtig, frühzeitig zu intervenieren und die Toleranz und Selbstbeherrschung des Hundes zu fördern.
Konsequenz im Training
Ein häufiger Fehler in der Hundehaltung ist die Diskrepanz zwischen Training und Alltagsleben. Wenn das im Training Gelernte nicht konsequent im Alltag angewendet wird, führt das schnell zu Verwirrung und Unsicherheit beim Hund. Ein durchgängiges Training ist unerlässlich, damit der Hund Vertrauen aufbaut und sich orientiert.
Lerne, die Bedürfnisse und Signale deines Hundes zu verstehen!
Die Bedürfnisse und Signale eines Hundes zu verstehen, ist eine Herausforderung, die jeder Hundebesitzer meistern kann. Wenn wir uns Zeit nehmen, die Hilferufe unserer Hunde zu erkennen und richtig zu deuten, können wir Missverständnisse vermeiden und eine tiefere Verbindung zu unseren treuen Begleitern aufbauen.
Ich lade Sie ein, sich intensiver mit der Kommunikation Ihres Hundes auseinanderzusetzen und gemeinsam mit mir Wege zu finden, das Verhalten Ihres Hundes zu verstehen und zu optimieren. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass die Hilferufe unserer Hunde gehört und verstanden werden!
Herzlichst,
Anja Rafalski
Psychologische Beratung und Begleitung
Hundetrainerin und CEO von Dogtraining with Heart & Mind Crete